Hans Fander

Abschied

Gerlinde Kammholz
Fichtestrasse 20, 24118 Kiel


Ein langes erfülltes Leben ist zu Ende gegangen. Mein geliebter Hans ist am 23.10.2017 gestorben.

Fast sieben Jahre lang war Hans mein bester Freund und Partner, mein Fels in der Brandung, mein Zuhause, meine Liebe! Für mich war er ein ganz besonderer, wunderbarer, bescheidener und einzigartiger Mensch, der mich mit seiner Weltoffenheit, seiner Klugheit, seinem Humor und seiner Güte immer wieder überraschte.

Nie war er böse oder sprach schlecht über andere. Sein Leben lang hatte er sich gerne mit Menschen umgeben und pflegte diese Beziehungen sehr. Er war lebensfroh und hatte immer gute Laune, war verlässlich und groszügig.

Auf dem Markt am „Blücher“ kamen wir oft vor lauter Small Talk kaum voran und viele nahmen seine Einladungen zum Essen immer wieder gerne an, da er sehr unterhaltsam war und es fröhliche Gesellschaften waren.

Auch in Notzeiten von Bekannten oder Freunden stand er diesen und deren Angehörigen treu zur Seite, manches mal bis zu deren Tot.

Hans hatte immer von dem Netzwerk gesprochen, welches er knüpfte, im Hinterkopf auch das Alter, falls man vielleicht mal nicht mehr so kann...

Als Hans sein Augenlicht immer mehr verlor und nicht mehr in der Lage war, seine sozialen Kontakte auf die gewohnte Weise zu pflegen, hatte ich sehr auf diese Netzwerk gehofft. Besonders in  Zeiten, in denen ich viel arbeiten musste. Aber leider musste ich mit erleben, dass es kein Netzwerk gab! Er hatte dies so nicht erwartet und sicher machte es ihn ebenso traurig wie mich. In letzter Zeit zitierte er öfter das Gedicht von Herrmann Hesse:

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern. Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum sieht den anderen, Jeder ist allein. Voll von Freunden war mir die Welt, als noch mein Leben licht war; nun, da der Nebel fällt, ist keiner mehr sichtbar...

Nur eine kleine Handvoll Freude blieb an seiner Seite und dafür war er sehr dankbar. Zuletzt hatte er keine Lust mehr zu „mehlen“ (wie er oft schrieb) oder an seinen Geschichten zu arbeiten.

Jetzt ist er hoffentlich irgendwo fröhlich und bekommt, was ein so lieber, wertvoller und guter Mensch verdient hat: seinen wundervollen Frieden im Jenseits!

Ich vermisse ihn unendlich!