Barbarenque - Ein kleiner Weiler in der Provence mit einer tragischen Geschichte.

von Hans Fander

 
BarbarenqueEine nachdenklich stimmende Geschichte über den Tod französischer Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg
 

Es war Zufall, dass ich den Weg nach Barbarenque fand. Eigentlich sind immer die Friedhöfe in den kleinen Orten meine Wegweiser, die mich von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit führen. Die Gegenwart nimmt man nur vordergründig wahr, wenn man die Begebenheiten, die zu ihr führen, nicht kennt. 

Ich lebe im Norden. In einer Gegend, wo immer ein kalter Wind bläst und die Sonne sich über lange Monate rar macht, als wollte sie ihre Strahlen für die kurzen Sommermonate aufsparen. Dann aber lässt sie in der kurzen Zeit die Blumen und Bäume erblühen und die Früchte auf den Feldern reifen, um alsbald wieder in einen frühen Herbstschlaf zu verfallen. Das ist einer der Gründe, die mich immer wieder in den Süden reisen lassen. Die Provence ist mein Ziel. 

In meiner Jugend - wenn man sie so nennen kann, denn sie war durch den Krieg und seine Folgen geprägt - entwickelte ich eine enge Beziehung zu Frankreich. Besonders zum Süden, der für mich immer noch traumhaft schön ist und in den ich noch immer verliebt bin, wie ein Knabe in seine erste Liebe, von der man wünscht, sie würde ewig andauern. In Marseille hätte ich gerne gelebt. Unterhalb von Notre Dame de la Garde in einem der kleinen weißen Häuser mit ihren Gärten voller Blumen und Feigenbäume, von weißen Mauern eingesäumt, über die man einen Blick auf Hafen und Meer werfen kann. 

Mein Lebensweg verlief dann ganz anders und so verbringe ich seit Jahren einen Teil meiner Zeit in der Gegend zwischen dem Mont Ventoux und den Höhen des Luberon. La Roque sur Pernes heißt der kleine Ort, von dem aus man einen Blick auf diesen Riesen, den Mont Ventoux, hat, der mit seinen fast 2000 m aus der Ebene aufragt und von dessen Spitze man bei schönem Wetter das Mittelmeer sehen kann. 

Dort lebe ich dann in einem kleinen Haus am Rande eines Tales, umgeben von niedrigen Eichenwäldern, die mit einer Vielzahl kleiner Gewächse mir manchmal wie ein Urwald erscheinen, mit wenigen kleinen Wegen, die für Wanderer markiert sind. Aber viele Menschen kommen hier nicht her, sie fahren über die weit abseits gelegenen großen Straßen weiter nach Süden der Sonne entgegen. 

Unweit des Hauses liegt der kleine Ort Le Beaucet. Früher wurde hier von den Einwohnern Terrassenwirtschaft betrieben. Die Früchte der vielen Mandelbäume brachten karge Einkünfte und man lebte vom Hartweizen, den man anbaute, dem Gemüse und dem Vieh, das man hielt - Ziegen und Schweinen. 

Heute noch findet man vorzüglichen Ziegenkäse in den kleinen Orten, wo es immer noch ein paar Leute gibt, die mit ihren Tieren täglich über die Hochebene mit ihren saftigen Gräsern ziehen. Man hört die Glocken leise aus der Feme läuten. So weiß der Hirte stets, wo seine Tiere sind. 

Der Weg ins Tal ist holprig. Ein Duft von Thymian und Rosmarin liegt in der Luft und wilde Orchideen leuchten mit ihren Farben durchs satte Grün. Am Ende des Tales liegt Le Beaucet. Gut 250 Einwohner zählt das Dorf, das Umland nicht mitgerechnet. Früher lebten hier auch ein Schlachter, ein Schuhmacher, ein Tischler, ein Schneider und zwei Bäcker. Und natürlich gab es schon immer ein Bistro. Alle betrieben noch eine kleine Landwirtschaft nebenbei, sonst hätten sie nicht existieren können. 

Eine Kirche auf dem Felsen - hier gibt es fast nur Felsen - und eine verfallene Burg, die man gerade restauriert, steht über allem. Heute gibt es noch einen Bäcker, der die ganze Umgebung beliefert, und ein Restaurant, gut und teuer, das nur im Sommer geöffnet ist. Und natürlich eine kleine Galerie mit Bildern und Töpferwaren von Künstlern aus der Gegend. Auch ein Rathaus mit einer Halbtagsbesatzung zur Erledigung des üblichen Papierkrams. 

Am Rande des Ortes liegt der kleine Friedhof. Nein, viele Gräber gibt es hier nicht. Wie sollte es auch in so einem kleinen Ort? Vor dem Friedhof am Rande des Parkplatzes ein kleines Monument. Eine Erinnerung an ein paar junge Männer, die im Kriege in der Widerstandsbewegung waren, gegen die deutschen Besatzer ihren stillen Kampf führten und 1944 erschossen wurden. So steht es auf der Tafel des Monumentes am Rande des Parkplatzes, wohl von nur wenigen Fremden, die hierher kommen, bemerkt. 

Ein eigenartiges Gefühl für mich, der ich zwar Deutscher bin, aber auch französisch denke und fühle. Links auf dem Friedhof das erste Grab sehr gepflegt mit großem Grabstein und einer Inschrift:  "Hier ruht.., er starb in Paris ... , es war sein Wunsch, hier seine letzte Ruhestätte zu finden." Dann wieder ganz einfache Gräber, die meisten gepflegt, also leben wohl noch Angehörige in der Nähe. Dazwischen die Gräber der 1944 erschossenen Männer. Glatte schwarze Marmorsteine mit goldenen Lettern. Sie wirkten auf mich in der Reihe der anderen Gräber fast wie Ikonen. 

Ein Friedhof in kleinen Orten sagt mir viel über die Familien, die dort lebten oder noch leben, die Armen und die Wohlhabenden, die kleinen verstorbenen Kinder, die früh verbrauchten Frauen und auch Männer. Ich sehe dann das harte und karge Leben der Menschen. Und auch heute gibt es sicher noch einige Familien hier, denen die Sonne und die Erde nichts schenken. 

Der Friedhof ist für mich immer auch ein Blick zurück in die Geschichte. Vergangenheit und Gegenwart verweben sich miteinander. Es ist ruhig hier, weitab der großen Straßen. Und nur ab und zu hört man die Geräusche von Autos, die, um in die Nachbarorte St. Didier und Venasque zu gelangen, ihren Weg über Seitenstraßen nehmen, die vorbei am Rande von Le Beaucet führen. 

Auch gibt es einen Pilgerweg nach St. Gens. Frühe Bilder zeigen die Pferdeprozession, die noch heute jährlich durch ein langes Tal führt, Haltepunkte gibt es an der Figur des Heiligen, wo die Pilger verweilen und beten. Heute finden die Pilgerfahrten allerdings mit dem Autobus statt. 

Und nach der Pilgerwoche wird es wieder still im Tal, dessen bizarre Felswände schon am frühen Nachmittag schnelle Schatten über das Tal legen, wenn die Sonne noch die kalkweiße Spitze des Mont Ventoux hell leuchten lässt, als läge dort oben Schnee. Der aber ist längst geschmolzen und hat die Bäche an seinem Fuß mit klarem Wasser gespeist. 

Auf dem Weg in den Ort Le Beaucet ist ein Holzbrett angebracht : “Barbarenque 4,5 km". Schon vor Jahren habe ich von der Terrasse über dem Tal diesen kleinen Weiler sehen können. Es war für mich immer ein dunkel-ockerfarbener Fleck in der Ferne. Lange hatte ich mir vorgenommen, dorthin zu wandern. Erst im vergangenen Jahr konnte ich meinen Plan durchführen. 

Den Weg nahm ich über Le Beaucet. Jetzt, Ende Mai, waren die Kirschen reif. Es gibt zu dieser Jahreszeit immer eine Wegzehrung von den Kirschbäumen. In all den Jahren habe ich selten eine Missernte erlebt. Dick und dunkelrot leuchten sie aus dem grünen Blättergewirr. 

Heute im Frühjahr: Hier im Norden liegt vor der Türe meines Ateliers noch Schnee. Der Ostwind bläst und zum Malen ist es zu dunkel. Der Gedanke an die süßen Kirschen in der Provence erinnert mich an ein kleines Lied „Le temps des cerises" und weckt in mir die Lust in den Kaufladen zu laufen, um ein Glas zu holen. Ich hab's auf später verschoben. Das sind schon "Sommergedanken". 

Der Weg nach Barbarenque steigt von Le Beaucet langsam an. Er ist steinig und holprig. Ein paar Häuser linker Hand in und an die Felsen geklebt. Ich hätte immer ein ungutes Gefühl, lebte ich dort unter den Felsüberhängen. 

Nun führt der Weg vorbei an Wiesen und Wäldern, in denen es Trüffel gibt. Das Betreten ist nicht gestattet, die Wälder sind verpachtet. Die Trüffelernte bringt gute Einkünfte. In den Städten zahlen Liebhaber von Trüffelmahlzeiten erhebliche Preise. Immer wieder fällt der Blick auf den die Landschaft beherrschenden Mont Ventoux. 

Das ganze Land ist geschichtsträchtig. Die Römer waren hier und man findet ihre Spuren in vielen kleinen Orten und Städten. Petrarca, der Literat und verliebte Poet, der mit seinen Versen Laura in seinen Poetenhimmel hob, lebte lange Zeit in Fontaine de Vaucluse, wo heute noch sein Wohnhaus zu besichtigen ist - in diesem engen Tal, wo die Sorgue fließt, Forellen unter der Brücke gegen die Strömung stehen und das Wasser vom Pflanzengrund grünlich schimmert. 

Von hier aus brachen Francesco Petrarca und sein jüngerer Bruder Gherado, den er als Begleiter seinen Freunden vorgezogen hatte, im April 1336 auf, um über lange Wanderwege den Mont Ventoux zu besteigen. Vor fast 700 Jahren war die Landschaft ähnlich wie heute. Auf meinem Weg nach Barbarenque mit Blick auf diesen Berg fiel mir wieder die Beschreibung von Petrarcas Wanderung ein. 

Die Sonne brannte schon am Vormittag, als ich dort hinauf stieg. Auf einer felsigen Höhe lag weit entfernt Venasque, ein kleiner Ort, von dem man einen weiten Blick über die provencalische Landschaft hat. 

Und dann war ich in Barbarenque: Ein paar massige, ockerfarbene und ineinander gebaute Häuser mit hohen Mauern linker Hand des Weges und auf der rechten Seite zwei ebenfalls massige Häuser - ein Weiler eben. Hier also hatten sich 1944 die jungen Männer der Resistence vor den Deutschen, die damals Fankreich besetzt hatten, versteckt. Es war Krieg und zwei von ihnen lebten in ihrem Elternhaus.

Kurz vor dem Weiler rechter Hand, wo ein Fußweg ins Tal und weiter in Richtung La Grange Neuve, einem Gasthof führt, der nur im Sommer geöffnet hat, steht noch ein kleines Monument, auf dem die Geschehnisse von 1944 beschrieben sind. 

Ich stellte mir vor, wie damals eine kleine Gruppe deutscher Soldaten noch im Dunklen den selben Weg wie ich ging. Sie müssen leise gewesen sein, sonst hätte man sie gehört. Ein Hund hätte vielleicht angeschlagen. Vielleicht hätte auch jemand aufgepasst. Oder war man sich des Versteckes zu sicher? 

Wie mögen sich die meist jungen Soldaten gefühlt haben? War es vielleicht eine Art Jagdfieber? Oder waren sie so in ihr Gedankengut verstrickt, dass sie trotz des Zwanges, unter dem sie handelten, kein rechtes Verhältnis mehr zu Gut und Böse hatten? Sie glaubten sich im Recht. 

Und die jungen Männer im Weiler? Sie waren im Recht! Ihre Heimat war besetzt, war vergewaltigt von Fremden, sie war nicht frei. Aber diese Männer waren jung, patriotisch und sicher bewegte sie auch ein unbestimmtes Gefühl des Abenteuers. 

Waren sie denn den Besatzern wirklich gefährlich angesichts der Invasion der alliierten Mächte? Sicher nicht. Aber jeder glaubte es. Die Deutschen ihrerseits und die jungen französischen Männer aus ihrer Sicht wohl auch. Was ging in ihnen vor, als sie sich eingefangen sahen? Was mögen sie gedacht haben? Und kam ihnen möglicherweise auch der Gedanke, dass sie verraten wurden? Ich weiß es nicht. Nur eine entfernte Ahnung lässt mich denken, dass ich es wohl so empfunden hätte. 

Was denkt und fühlt man, wenn man Gewehrläufe auf sich gerichtet sieht, den sicheren Tod vor Augen? Hier muss ich an ein Bild von Goya denken, wo er darstellt, wie spanische Aufständische 1808 von Napoleons Soldaten erschossen wurden. 

Sicher dachten die jungen Männer in Barbarenque "Wir haben doch nichts verbrochen" und wahrscheinlich haben sie es auch nicht. 

Nirgendwo sind letzte Worte aufgezeichnet. Lief ihr kurzes Leben wie ein Film in ihren letzten Gedanken ab? Dachten sie vielleicht, dass sie ihren frühen Tod hätten vermeiden können, wenn sie nicht in den Widerstand gegangen wären? Galten ihre letzten Gedanken einer Geliebten, die sie nie mehr sehen, deren Küsse und Liebkosungen sie nie mehr fühlen würden? Ich weiß es nicht. Was bleibt, sind Vermutungen. 

Und die Soldaten, die Deutschen, die sie damals erschossen: Hatten sie ein schlechtes Gewissen oder wurde es überlagert und entstand erst gar nicht, weil sie glaubten, ihre Pflicht zu tun? So wie man es ihnen jahrelang beigebracht hatte, für Führer, Volk und Vaterland. Aber sie waren als Fremde eingefallen in das Vaterland der Franzosen, die dort in Barbarenque - und so steht es geschrieben „für ihr Vaterland" starben. 

Schon lange frage ich mich, ob Sterben für ein Vaterland wohl richtig ist. Aber so sagt man es ja und so steht es auf den Steinen und Tafeln in Le Beaucet und Barbarenque. Nirgendwo ist ein Wort zu lesen von den Ängsten, die sie hatten, von der Hoffnung, vielleicht doch noch im letzten Moment dem Tode zu entrinnen. 

Und nirgendwo steht etwas geschrieben oder in Stein gehauen über die Nöte der Eltern und Geschwister und der nächsten Angehörigen, die möglicherweise noch weiteren Repressalien ausgesetzt waren. Und auch über ihre Trauer, die bis zu ihrem letzten Tage andauerte, steht nichts geschrieben. 

Schon im ersten Weltkrieg 1914 - 1918 musste auch die Familie Pons, die in Barbarenque lebte, den tragischen Verlust von Angehörigen beklagen. Und 1944, am 2. August gegen 8 Uhr früh, wurden dann vor den Mauern ihres Gehöfts die Söhne Marcel und Laurent mit ihren Freunden Paul Amaud, Rene Fouquet und Jean Flandrin erschossen. 

Und wie leben die damals jungen Soldaten, die auf die fünf wehrlosen Männer schossen, mit ihrer Erinnerung? Sicher leben einige schon längst nicht mehr. Vielleicht sind sie im Krieg gestorben, getroffen von ähnlichen Kugeln, wie die, sie selbst abfeuerten damals in Barbarenque. 

Und falls sie noch länger lebten oder noch leben, haben sie ein schlechtes Gewissen? Verfolgen sie die letzten Blicke der Erschossenen vielleicht manchmal im Traum? Oder entschuldigen sie sich vor sich selbst mit dem Befehl, unter dem sie damals handelten, um selbst nicht wegen Verweigerung eines Befehls das gleiche Schicksal zu erleiden? Ich weiß es nicht. Jahrzehnte sind vergangen. 

Mit einem Unbehagen ging ich den Weg zurück von Barbarenque nach Le Beaucet. Diesmal lag der Mont Ventoux rechter Hand und über den Baumwipfeln der kleinen Eichen und Büsche, hinter den Trüffelwäldern und dem dazwischen liegenden Tal liegt Venasque, der kleine Ort auf dem Felsen, von dem aus man den schö nen Blick auf die provencalische Landschaft hat. 

Während der langen Geschichte dieses von der Sonne verwöhnten Landes hat es wohl immer Ereignisse gegeben wie 1944 in Barbarenque. Und das wird auch nie aufhören, solange Menschen leben. 

Mit diesen Gedanken ging ich zurück durch das Tal, vorbei an duftenden Thymian- und Rosmarinsträuchern, begleitet vom leuchtenden Gelb der Ginsterbüsche, deren Blütenblätter der leichte Abendwind davontrug.

April 2001
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Abschrift eines Briefes aus dem Jahre 1994:


CENTRE CULTUREL FRANCAIS DE KIEL

Offizielles Kultur- und Sprachinstitut der Republik Frankreich


Monsieur Hans Fander 

le 18 Août 1994 

Cher Monsieur Fander, 

vous êtes de ces artistes passionnés de notre pays qui aimez à retrouver régulièrement les ciels et paysages lumineux de Provence chers à tant de peintres. Nous devons à votre coeur de francophile le don que vous venez de faire au Centre Culturel Français d'une de vos oeuvres. Votre tableau illustre picturalement fort bien la relation franco-allemande. Les couleurs emblématiques de nos deux pays s'y mêlent en un tourbillon chromatique qui me paraît évoquer les tourments et les bonheurs d'une amitié agitée mais aujourd'hui plus que jamais nécessaire à l'Europe. 

Je tiens à vous exprimer ici mes remerciements en vous assurant que votre tableau figurera en permanence dans la galerie d'exposition de notre institut dont il illustre symboliquement l'activité. 

Je vous prie de croire, cher Monsieur Fander, à mes sentiments les meilleurs 

Jacques Sparfel

Directeur

Hardenbergstraße 11 . 24105 Kiel . Telefon: 0431/804965 . Telefax: 0431/804925

Le Chemin vers Barbarenque             

Hans Fander

 

C'est par hasard que je découvris le chemin qui mène à Barbarenque. En réalité, les cimetières des petits villages sont toujours mes guides; ils me ramènent du temps présent au passé. On perçoit le présent seulement d'une manière superficielle si on ne connaît pas les événements qui s'y rapportent. 

Je vis dans le nord. Dans une région où un vent froid souffle et où le soleil se fait rare pendant de longs mois comme s'il voulait économiser ses rayons pour les courts mois d'été. Ensuite, il laisse s'épanouir les fleurs et les arbres pour une courte durée et fait mûrir les fruits dans les vergers pour enfin retomber dans un sommeil automnal précoce. C'est une des raisons qui m'incitent toujours à voyager vers le sud. La Provence est mon but. 

Dans ma jeunesse - si on peut l'appeler ainsi - car elle a été marquée par la guerre et ses conséquences, j'ai développé un fort sentiment pour la France. Et en particulier pour le sud qui est à mon avis toujours aussi beau qu'un rêve, j'en suis amoureux comme un garçon lors de son premier amour croyant qu'il durera éternellement. J'aurais bien aimé vivre à Marseille. Au pied de Notre Dame de la Garde dans une de ces petites maisons blanches avec leurs jardins remplis de fleurs et de figuiers, entourés de murs blancs par-dessus lesquels on peut jeter un regard sur le port et sur la mer. 

Ma vie s'est déroulée d'une toute autre facon aussi je passe depuis quelques années une partie de mon temps dans une région située entre le Mont Ventoux et les hauteurs du Lubéron. 

La Roque sur Pernes, c'est le nom du petit village, d'où on a une vue sur le géant, le Mont Ventoux, qui s'élève à près de 2000 mètres d'altitude au-dessus de la plaine. De son sommet, on peut apercevoir par beau temps la mer méditerranée. 

Là-bas, je vis dans une petite maison située en bordure de la vallée, entourée d'une forêt de chênes qui ressemble avec ses nombreux arbustes à une jungle. Seulement quelques petits chemins sont balisés pour les randonneurs; mais il n'y a pas beaucoup de gens qui viennent par ici. Ils prennent les grandes routes éloignées en direction du sud à l'encontre du soleil. 

Non loin de la maison se situe le Beaucet. Jadis les habitants pratiquaient les cultures en terrasses. Les fruits des nombreux amandiers n'apportaient qu'un maigre revenu; aussi vivaient-ils de froment qu'ils cultivaient, de légumes et du bétail. Si il  y avait des chèvres et des cochons. 

Aujourd'hui, on trouve encore de délicieux fromages de chèvre dans les petits villages, là où il y a encore des bergers qui amènent tous les jours leurs troupeaux de chèvres sur les hauts plateaux couverts d 'herbe grasse. On entend le tintement léger des cloches dans le lointain. De cette facon, le berger sait toujours où se trouvent ses animaux. 

Le chemin vers la vallée est cahoteux. Un parfum de thym et de romarin s'élève dans l'air et les orchidées sauvages brillent de leurs couleurs sur un fond vert intensif. Le Beaucet se situe au fond de la vallée. Ce village a bien 250 habitants sans compter les environs. Jadis, un boucher, un cordonnier, un menuisier, un tailleur et deux boulangers y vivaient. Et bien sûr, il y avait déjà un bistro. En outre, ils faisaient tous un peu d'agriculture sinon ils n'auraient pas pu subsister. 

Une église perchée sur un rocher - ici il n'y a presque que des rochers - un château fort en ruine, que l'on est en train de restaurer, surplombent le tout. Aujourd'hui, il n'y a plus qu'un boulanger qui livre les environs et un restaurant bon et cher ouvert seulement en été. Et bien sûr, il y a une petite galerie avec des peintures et des poteries réalisées par les artistes de la région et une mairie dotée d'une équipe travaillant à mi-temps pour régler la paperasse habituelle. 

Le cimetière se trouve un peu à l'écart du village. Ici, il n'y a pas beaucoup de tombes. Rien d'étonnant dans un endroit aussi petit. Devant le cimetière, en bordure du parking, un petit monument. En souvenir des quelques jeunes hommes qui étaient dans la Résistance pendant la guerre, qui ont combattu en silence les occupants allemands et qui ont été fusillés en 1944. Ces mots sont inscrits sur la plaque de ce monument, mots remarqués seulement par les étrangers qui viennent jusqu'ici. 

Un sentiment singulier pour moi, qui suis à vrai dire allemand, mais qui malgré tout pense et ressent comme un francais. À gauche du cimetière la première tombe très bien entretenue recouverte d'une pierre tombale: "Ici repose ... , décédé à Paris ... , c'était son souhait d'avoir sa dernière demeure ici. Puis de nouveau de simples tombes, la plupart bien entretenues; donc de proches parents vivent à proximité et parmi ces tombes celles des hommes fusillés en 1944. Des dalles polies en marbre noir avec des inscriptions en lettres dorées. Alignées parmi les autres tombes, elles me font penser à des icones. 

Un cimetière dans un petit village me raconte beaucoup de choses sur les familles qui ont vécu là, ou qui y vivent encore. Des pauvres et des gens aisés. Des enfants morts tout petits, des femmes décédées tôt et aussi des hommes. J'imagine la vie dure et pauvre des gens qui vivaient ici. Et de nos jours, il y a sûrement encore ici quelques personnes pour qui la vie ne fait pas de cadeaux. 

Le cimetière c'est toujours pour moi un regard jeté sur le passé. Le passé et le présent s'entremêlent. Ici, c'est silencieux, loin des routes. De temps en temps seulement, on entend le bruit des voitures qui pour arriver dans les villages avoisinants, Saint-Didier et Vénasque, empruntent les petites routes passant en bordure du Beaucet. 

Il y a aussi un chemin de pélerinage vers Saint Gens. Des illustrations anciennes montrent la procession à cheval qui tous les ans, aujourd'hui encore, passe à travers la longue vallée. Devant chacune des statues de saints les pélerins s'arrêtent et prient. De nos jours, les pélerinages se font bien entendu en bus. 

Après la Semaine Sainte le silence revient dans la vallée dont les parois rocheuses aux formes bizarres y étendent rapidement une ombre dès le début de l'après-midi alors que le sommet blanc calcaire du Mont Ventoux brille encore sous le soleil comme s'il était recouvert de neige. Celle-ci a déjà fondu depuis longtemps et elle a alimenté en eau claire les ruisseaux à ses pieds. 

Sur le chemin du Beaucet, un panneau en bois indique: Barbarenque - 4,5 km. De la terrasse donnant sur la vallée, j'avais remarqué depuis longtemps déjà ce petit hameau au loin. Il était pour moi comme une petite tâche couleur ocre foncé dans le lointain. Et, je m'étais souvent promis d'y faire une randonnée. L'année dernière, j'ai pu réaliser ce projet. J'ai pris le chemin par le Beaucet. C'était fin mai. Les cerises étaient mûres. En cette saison, il y a toujours de quoi s'approvisionner en cerises. Durant toutes ces années, je n'ai jamais vu une mauvaise récolte. Grosses et rouge foncé, elles brillent enchevêtrées au milieu des feuilles vertes. 

Aujourd'hui, ici dans le nord, c'est le mois de février et la neige est tombée devant la porte de mon atelier. Le vent d'est souffle et il fait trop sombre pour peindre. L'évocation de ces cerises sucrées me fait penser à une petite chanson intitulée ,,Le temps des cerises" et réveille en moi le désir d'aller à l'épicerie du coin et d'y acheter un bocal. C'est remis à plus tard. 

Le chemin vers Barbarenque monte lentement à partir du Beaucet. Il est pierreux et cahoteux. Quelques maisons encore sur la gauche accolées sur et aux rochers. Si je devais vivre sous ces surplombements rocheux  j'éprouverais sûrement toujours un sentiment d'inquiétude. 

Ensuite, le chemin traverse des prairies et des forêts, dans lesquelles il y a des truffes. L'entrée n'est pas autorisée, les forêts sont louées. La récolte des truffes rapporte de bons revenus. Dans les villes, les amateurs de truffes payent des prix élevés. Et de nouveau le regard se pose sur le Mont Ventoux dominant le paysage. 

Toute la région est riche d'un passé historique. Les romains ont vécu ici et on retrouve leurs traces dans plusieurs endroits et villes. Pétrarque, humaniste et poète amoureux qui porte aux nues Laura de Noves dans ses poèmes, a vécu longtemps à Fontaine de Vaucluse. De nos jours on peut encore visiter sa maison. Dans cette vallée étroite, où La Sorge coule, les truites nagent sous le pont à contre-courant et l'eau brille d'un éclat vert réfléctent les plantes du fond. 

C'est de cet endroit que Francesco Pétrarque et son jeune frère Gherado, qu'il avait choisi comme accompagnateur à la place de ses amis, se mit en route pour escalader le Mont Ventoux en empruntant de longs chemins de randonnée en avril 1336. TI y a 700 ans le paysage devait être encore plus sauvage. C'est sur mon chemin vers Barbarenque en regardant cette montagne que je me suis souvenu de la description de la randonnée de Pétrarque. 

Le soleil brillait déjà le matin lorsque j'y suis monté. Sur un promontoire rocheux on y apercevait Venasque dans le lointain, un petit village depuis lequel on a une vaste vue sur le paysage provençal. J'y suis allé. 

Barbarenque. À gauche sur le chemin, quelques maisons massives, couleur ocre et bâties l'une dans l'autre avec de hauts murs et à droite deux maisons massives, elles aussi. Un hameau. C'est donc ici qu'en 1944 de jeunes hommes engagés dans la Résistance s'étaient cachés devant les Allemands qui occupaient la France. C'était la guerre. 

Juste avant le hameau à droite, là où il y a un chemin, - il n'yen a pas d'autre dans la vallée ni plus loin en direction de La Grange Neuve - menant à une auberge ouverte seulement en été, s'élève un petit monument retracant les événements de 1944. 

J'imagine comment à cette époque là, un petit groupe de soldats allemands empruntèrent dans la nuit le même chemin que moi. Ils ont dû être silencieux sinon on les aurait entendus. Un chien aurait pu aboyer. Peut-être que quelqu'un les aurait guettés. Ou bien étaient-ils si sûrs de leur cachette. 

La plupart de ces jeunes soldats qu'ont-ils bien pu ressentir? Est-ce que c'était une sorte de partie de chasse fébrile? Ou bien étaient-ils si perturbés que malgré la contrainte sous laquelle ils agissèrent, ils ne pouvaient plus discerner le bien du mal. Ils croyaient être dans leur bon droit. 

Et les jeunes hommes du hameau? Ils étaient dans leur bon droit! Leur patrie était occupée, était violée par des étrangers, elle n'était plus libre. Mais ils étaient jeunes, patriotes et c'était sûrement un indéfinissable sentiment d'aventure qui les animait. 

Étaient-ils vraiment dangereux pour les occupants face à l'invasion des forces alliées? Sûrement pas. Mais chacun le croyait, les allemands aussi bien que ces jeunes francais. Que devait-il se passer en eux lorsqu'ils se sont sentis pris. Qu'ont-ils bien pu penser? Leur est-il venu à l'esprit qu'ils avaient été trahi? Je ne le sais pas.Une vague intuition me laisse penser que j'aurais ressenti de la même facon. 

Que pense-t-on et que ressent-on quand on voit les canons de fusils pointés sur soi et la mort en face? À ce sujet, je pense à un tableau de Goya, celui qui représente les rebelles espagnols qui furent fusillés en 1808 par les soldats de Napoléon. Ces jeunes hommes pensaient sûrement qu'ils n'avaient rien fait de mal et c'était probablement vrai. Leurs dernières pensées ne sont inscrites nulle part. Voyaient-ils leur courte vie se dérouler comme dans un film? Pensaient-ils peut-être qu'ils auraient pu éviter de mourir si jeunes s'ils n'avaient pas été dans la Résistance? Leur dernière pensée était-elle dédiée à leur bien-aimée qu'ils ne reverraient plus et dont ils ne recevraient plus les baisers et les caresses? On ne sait pas. Il ne reste plus que des suppositions. 

Et les soldats, les Allemands, qui les fusillaient alors: avaient-ils un sentiment de culpabilité ou bien celui-ci était-il si enfoui qu'il n'apparaissait plus de sorte qu'ils croyaient accomplir leur devoir pour le ,,Führer", la nation, la patrie comme on le leur avait inculqué pendant des années. Mais ils étaient tombés en tant qu'étranger dans la patrie des Français, et ceux-ci, ainsi qu'il est écrit, sont aussi morts pour leur patrie à Barbarenque. Je me demande depuis longtemps s'il est juste de mourir pour la patrie. Mais, c'est ce qu'on prétend et c'est ce qui est inscrit sur les pierres tombales et les plaques au Beaucet et à Barbarenque. Nulle part on peut lire quelque chose sur les angoisses qu'ils avaient ou sur l'espérance au dernier moment d'échapper à la mort peut-être. 

Et nulle part n'est inscrit et gravé sur la pierre la peine ressentie par les parents, les frères et les soeurs, les membres de la famille qui auraient peut-être risqué des représailles. Il n'y a rien d'écrit non plus nulle part sur leur deuil qui perdure jusqu'à la fin de leur vie. 

La famille Pons fut frappée à deux reprises - pendant la Première et la Seconde Guerre mondiale - par un destin particulièrement tragique. Léon et Félix Pons, fils de Pierre Eugène Pons et de Philomène Reynier furent mobilisés dès le début de la guerre. Léon Pons faisait partie de l'Armée d'Orient. Il combattit dans les Balkans et mourut des suites de ses blessures en Albanie. Son frère aîné, Félix, survécut au conflit. son premier enfant, Clovis, naquit le 10 juillet 1913. C'est au front que Félix apprit la naissance de son second fils, Laurent, né à Barbarenque le 8 août 1914, mais aussi le décés de Clovis, le 22 novembre de la même année. Un troisième fils, Marcel, vint agrandir la famille le Il janvier 1923. Le destin voulut que Laurent et Marcel soient tous deux fusillés aux abords de la ferme familiale le 2 août 1944 à 8 h 00 du matin, avec Paul Arnaud, Jean Flandrin et René Fouque, à Barbarenque. 

Et comment vivent ces jeunes soldats d'alors avec leur souvenir, ceux qui ont tiré sur les cinq hommes? Quelques uns d'entre eux ne sont sûrement plus en vie depuis longtemps. Ils sont peut-être morts pendant la guerre, touchés par des balles semblables à celles qu'ils tiraient alors à Barbarenque.

Et s'ils ont vécu plus longtemps ou bien sont encore vivants ont-ils mauvaise conscience? Les derniers regards des fusillés les poursuivent ils peut-être quelquefois dans leurs rêves? Ou bien, prenaient-ils pour excuse les ordres sous lesquels ils agissèrent alors pour ne pas subir eux-mêmes le même sort à cause d'un refus d'obéissance. Je ne sais pas. Les années sont passées. 

C'est avec un sentiment de malaise que je retournai de Barbarenque au Beaucet. Cette fois-ci, le Mont Ventoux était à ma droite et au  dessus des cimes des petits chênes et des bosquets, derrière les forêts à truffes, et entre la vallée se trouvait Venasque, un petit village sur les rochers, depuis lequel on a une vue magnifique sur le paysage provencal. Pendant la longue histoire de ce pays ensoleillé, il y a toujours eu des événements semblables à ceux de 1944 à Barbarenque. C'est avec ces pensées que je m'en retournai par la vallée en passant à travers les romarins et les thyms odorants, accompagné par le jaune lumineux des genêts dont les pétales étaient emportées par le vent léger du soir.

Avril 2001.                               
 
Wilde Orchideen
 
Ginsterbüsche und der Duft von vielen Kräutern