Bretagne Reise

Ingrid Luise Dobrick und Hans Fander

Impressionen einer Sommereise in die Bretagne

... Ja, es hätte eine Reise in den Sommer sein sollen, aber der fand in diesem Jahr nicht statt – die Sonne verlor am Ende ihres zermürbenden Kampfes gegen die fortwährend aus Norden heranstürmenden Schlecht-Wetter-Tiefs ihre Wärme und Leuchtkraft, es blieb kühl und feucht. Wolkenberge türmten sich über der wildromantischen Landschaft  am Atlantik in der südlichen Bretagne.

Wir kuschelten uns in ein gemütliches, altes, bretonisches Fischerhaus mit blauen Fensterrahmen und dickem Strohdach, unweit des wilden Flusses Belon, der bekannt ist für seine von Gourmets in aller Welt geschätzten Belon-Austern.

Zeitweise erinnerte die Sonne sich an ihren Sommerdienst und tauchte die malerischen Häfchen zwischen tiefen Fjorden in Licht und Wärme, dann konnte ich mich am Strand von Port Manech‘ sonnen und Hans angelte am Hafen Hornhechte.

Hin und wieder wanderten wir ein Stückchen auf dem schmalen Wanderweg, der sich über schroffen Felsen direkt am Atlantik an der ganzen Bretagne-Küste entlang windet, genossen spektakuläre Ausblicke.

Wir entdeckten romantische Örtchen mit alten keltischen Namen und, wie überall in Frankreich, märchenhafte Schlösser und Herrensitze.

Viel zu oft erlagen wir der Versuchung, im sechshundert Jahre alten Gasthaus von Pont Aven, wo heute weltberühmte Maler ihre Mahlzeiten mit heute kostbaren Bildern bezahlten, die bretonischen Kuchenspezialitäten zu probieren – mit Butter gebacken und leider ungeheuer kalorienreich.

Wir beobachteten die wettergegerbten Austern- und Muschelfischer bei ihrer schweren Arbeit und staunten über die Auswirkung der Gezeiten in den breiten Flüssen, wenn die Boote bei Ebbe auf dem Grund liegend einen ungewohnten Anblick boten.

Einige Male kehrten wir nach einer langen Wald- und Wiesenwanderung völlig durchweicht von überraschenden Regengüssen in unser gemütliches Fischerhaus zurück und bereiteten uns ein Muschelgericht mit frischen Muscheln direkt von den Muschelfischern.

Stundenlang fuhren wir durch verwunschen wirkende Landschaften, bestiegen herrliche Leuchttürme und bestaunten die berühmten Menhiere aus vorchristlicher Zeit.

So verlebten wir trotz des vielen Regens eine sehr interessante und abwechslungsreiche Zeit in der Bretagne - wenn auch ohne Sommer.

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