Drachenfestival - Jedes Jahr wieder auf Fanö in Dänemark.

Fanö, die Dänen schreiben es mit einen Schrägstrich durchs O und ersetzen dadurch unsere zwei Pünktchen. Im Juni, wenn der Wind fast stetig stramm aus West oder Nordwest weht, findet auf der Insel ein grosses Drachenfestival statt. Wir hatten davon gehört und wollten das einwöchige Spektakel erleben, wo Drachenbauer aus vielen Ländern ihre genähten Kreationen in den Himmel steigen lassen.

Sicher, auch bei uns an der Ostsee lässt man in dieser Zeit Drachen steigen. Sonnabends und Sonntags in "Kalifornien", so heisst ein Strand in der Hohwachter Bucht. Aber das Drachenfestival auf Fanö sei einfach ein Erlebnis.

Wir mieteten ein Haus hinter den Dünen. Von Kiel aus ist man schnell in ein paar Stunden an der dänischen Nordseeküste. Über Flensburg und Kolding fuhren wir nach Esbjerg, wo wir mit der Fähre nach Nordby übersetzten, dem zentralen Ort der Insel mit Cafes, Restaurants und den üblichen Supermärkten.

Fanö zählt heute etwa 35oo Einwohner und entstand durch Sandbänke, die sich im Laufe der Zeit zu einem Inselfestland von ca. 50 qkm. verdichteten. Heute wird dort Landwirtschaft betrieben und es gibt Wälder, die sich über viele Bereiche der Insel erstecken und als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Die Haupteinnahmequellen der Einwohner werden aber über den stetig zunehmenden Tourismus gedeckt.

Ein paar Kilometer quer über die Insel von Ost nach West stand unser Ferienhaus mit allem, was man so braucht. Draussen ein Stapel Holz für den Kaminofen. Es wurden gemütliche Abende am Kaminfeuer. Im Juni sind an der Westküste die Abende noch recht kühl.

Am anderen Morgen sah man schon über die Dächer der kleinen Häuser die Drachen am Himmel stehen. Das Wetter spielte mit, was in diesen Breiten nicht selbstverständlich ist. Am Strand werkelten die Drachenbauer mit ihren Himmelsspielzeugen, die je nach Größe an langen Leinen im Boden verankert wurden. Mit den Händen kann man sie nicht halten. Immer mehr Drachen stiegen hoch. Es war ein wunderschönes buntes Bild. Keiner ähnelte dem anderen.

In Nähe der Dünen lagen bunte Tücher am Boden, die an Stöckchen mit Leinen verbunden waren. Als der Wind in ihre Mundöffnungen bliess, entpuppten sie sich als Marienkäfer in verschiedenen Größen. Das verrückteste aber waren ihre Füßchen, die durch den Wind bewegt aussahen, als würden sie über den Sand laufen.

Eine Woche teilten wir mit den "Drachenbastlern" das Vergnügen zu sehen, wie sie ihre luftgefüllten Lieblinge in den Himmel steigen liessen, unterbrochen nur von Besuchen in Cafes, wo wir den hüfterweiternden dänischen Kuchen nicht widerstehen konnten.

Am letzten Tag noch einmal an den breiten Strand, wo neben PKW's bei Ebbe auch ein Linienbus von einem Ortsteil in den anderen fährt. Die Drachenbauer falteten schon Ihre luftigen Gefährten zusammen und bereiteten sich auf die Heimfahrt in ihre Heimatländer vor. Wir aber aßen vor der Heimfahrt über Niebüll und Husum nach Kiel am Strand noch den obligatorischen dänischen Pölser, eine
Knackwurst mit Zwiebeln und sonstigem Salatschnickschnack in einem wie immer pappigem Brötchen.

Bewahrt haben wir uns die Erinnerung an eine schöne Woche am breiten Strand von Fanö und an einen Himmel voller wunderschönen Drachen.

 

 
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