Galerie Wilhelminenhaus in Kiel


Die Galerie befindet sich in den Räumen eines Zentrums für Augenheilkunde. Seit 2001 stellt sie in der atelierartig - großzügigen Atmosphäre des aus der Kaiserzeit stammenden Wilhelminenhauses hochkarätige Kunstwerke aus.

Die Ausstellungen laufen klassischerweise über ein Quartal und zeigen in der Regel je zwei Maler und einen Bildhauer. Jede Ausstellung erhält eine festliche Eröffnung bei einer Vernissage, die normalerweise jeweils an einem Samstag um 17:00 Uhr stattfindet. Jeder Interessierte ist zu diesen Vernissagen sehr herzlich eingeladen - Der Eintritt ist kostenfrei.

Die Galerie Wilhelminenhaus zeigt Bilder und Skulpturen, also Werke für das Auge. Nicht zufällig wird die Galerie von einem Augenarzt geleitet: Dr. Yorck Walpuski.

Dr. Yorck Walpuski ist spezialisiert auf Augenchirurgie, d.h. darauf, schlecht sehenden Augen wieder einen klaren Blick zu verschaffen. Was liegt näher, als daß dieser Augenarzt sich dann auch noch um die Inhalte kümmert, die die von ihm operierten Augen bei den ersten Kontrollen nach der Augenoperation erblicken.

Und was könnte es für einen wieder gut Sehenden Schöneres geben, als sozusagen als erstes nach der Augenoperation mit den hochklassigen Kunstwerken in den Räumen der augenärztlichen Gemeinschaftspraxis konfrontiert zu werden? Vergleichbar wäre ein Ohrenchirurg, der für seine wieder Hörenden ein Sinfonieorchester in der Klinik auffährt. 

 

Geschichte

Galerien kommen und gehen. Nicht so die Galerie Wilhelminenhaus, die nun schon seit 2001 besteht und wie ein Uhrwerk nach wie vor 4 Ausstellungen pro Jahr präsentiert. Derzeit blickt die Galerie auf rund 50 Ausstellungen zurück. Über 100 Künstler haben ihre Werke bis jetzt in den Räumen des Wilhelminenhauses gezeigt. Und nach wie vor ist das Interesse und die Nachfrage von Künstlerseite groß.

Die Idee, in den alten Mauern des Wilhelminenhauses überhaupt eine Galerie zu gründen, hatte der Kieler Künstler Hans Fander. Als Fander die Innenarchitektur des im Jahr 2000 und 2001 völlig neu gestalteten Wilhelminenhauses sah, war es ihm sofort klar: die weitläufige Eingangssituation im Erdgeschoß und der großzügige Umlauf mit Ballustrade im 1. OG waren und sind ideal für eine Nutzung als Galerie. Die atelierartigen Lichtverhältnisse im Inneren dieses Hauses rufen geradezu nach Bildern…

Von Anfang an waren natürlicherweise Künstler aus Schleswig Holstein in der Galerie vertreten, so z.B. Maria Funcke, Isabell Karich, Joachim Schiemann, Sabine Bovensiepen, Marianne Harms-Metzger, Jens Goethel, Brigitte Koriath, Anne Mader, Adrian Mellon, Kai Piepgras, Lavanya Boesten, Mathias Wolf, Jörn Pankow, die Künstlergruppe Rendsburg, die Künstlergruppe "weibsart" und viele andere mehr.

Professionalisiert wurde die Führung der Galerie in den Jahren 2005 - 2007 von der Kunsthistorikerin Frau Dr. Dörte Beier, die es verstand, hochkarätige Künstler wie Ben Siebenrock, Fritz A. Kunkelmoor, Donald von Frankenberg, Johannes Duwe, Cora Korte und viele andere mehr in der Galerie Wilhelminenhaus ausstellen zu lassen.

Seit 2010 kooperiert die Galerie mit Christian Hilbich und seiner Fima Greenpoint-Marketing und profitiert dabei von dessen weitreichenden Kontakten in der internationalen Kunstszene. Seitdem hat die Galerie die Grenzen des norddeutschen Raums weit überschritten, z.B. mit der Ausstellung der Künstler Wolfgang Traub, Cecilia Kuhnle und Jochen Böhnert aus Staufen in Baden.

Internationales Format zeigte die Galerie mit Ausstellungen des Chinesen Guo Haining, mit den mallorqui- nischen Künstlern Sergio Alvarez Frugoni und Angel Moreno Yangüela sowie Frank Diederich und Claus Busch.

Und dann war im 3. Quartal 2012 auch Österreich vertreten – mit Kristian Fenzl, seit 1983 Professor an der Kunstuniversität in Linz/Österreich, und dem ebenfalls aus Linz stammenden Bildhauer Lazlo Botha mit seinen edlen Bronzeplastiken.

Nachdem Marjatta Schneider, Stefanie Kahl und Susann Kasten-Jerke von „weibsart“ im November und Dezember das dunkle Ende des Jahres 2012 aufgehellt hatten, wehte im Frühjahr 2013 mit den aus Hamburg stammenden Künstlern Gunda Jastorff, Bärbel Navab Pour und Jürgen Gehtke hanseatisches Flair durch die Räume der Galerie.

Zwei extrem aufeinander abges

timmte Künstlerinnen – Heinke Levsen mit ihrer Malerei und Angela Pantaenius mit ihren Plastiken – bestimmten danach den auch metereologisch schönsten Sommer seit langem. Das dritte Quartal 2013 brachte dann eine Ausstellung von Weltniveau: mit dem aus Moldawien stammenden und in den USA hochgehandelten Isaac Feldman, der vielfach um den Globus gereisten Ulrike Horstmann-Göritz und Hans Sievers mit seinen Mooreicheskulpturen.

 

Philosophie

Von Anfang an leitet Dr. Yorck Walpuski die Galerie und stellt sie Künstlern zur Verfügung - ohne jeden Rentabilitätsanspruch und ohne Gewinnabsicht. An den von den Künstlern erzielten Verkaufserlösen ist die Galerie vollkommen unbeteiligt. Gleichermaßen erfreuen sich sowohl kunst- interessierte Besucher der Galerie als auch Augenpatienten an den vielfach farbgewaltigen Werken.

Den Augenkranken und den nach einer Augenoperation wieder Sehenden bieten die ausgestellten Bilder einen Augenschmaus besonderer Art. Alle dieser Patienten haben z.T. jahrelang alles in nur noch verwaschenen Farben, grau in grau und unscharf gesehen. Viele von Ihnen berichten davon, wie nach einer Augen - OP Gemälde besonders stark wirken durch die wieder intensiven Farben und das von Ihnen ausgehende Licht.

Insofern schafft die Galerie Wilhelminenhaus eine starke Wechselwirkung zwischen den Künstlern und ihren Kunstwerken und Menschen, die ihre „neugeborenen Augen“ an eben diesen Kunstwerken staunend erproben.

Die Philosophie der Galerie fokussiert daneben aber vor allem die Künstler aus dem In- und Ausland. Diesen soll die Galerie als ideelle Plattform und Möglichkeit dienen, ihre Kunstwerke in einer Stadt aus- zustellen, die geprägt ist durch den Sitz der Landesregierung, durch ihre große Universität und die als Zielhafen vieler skandinavischer Fähren das Tor nach Nordeuropa und ins Baltikum öffnet.

 

            Quelle: Galerie Wilhelminenhaus (http://www.galerie-wilhelminenhaus.de

 

Und so entstand aus der ursprünglichen Idee von Hans Fander eine der wohl größten und bekanntesten  Galerien in Schlewig Holstein. 

 

Begegnung

Im Autoreisezug von Hamburg nach München sitzend, mit meinem Gegenüber im Schlafwagen, ein junges Ehepaar, kommt man ins Gespräch. Alle Gesprächspartner Motorradfahrer. Man stellt fest, alle aus einer Stadt und in  ca. 300 m Luftlinie von einander entfernt wohnt man. So ein Zufall! Wovon redet man in Biker-Kreisen, natürlich vom Motorradfahren. Aber nicht lange, als das Wort Bandonion fällt, bei mir fällt es in einem Gespräch fast immer, wenn der Gesprächspartner mir die Möglichkeit dazu gibt. Die junge Frau, die mir gegenüber sitzt, bekommt den Mund gar nicht wieder zu, als sie sich gefangen hat sagt sie: „Sagen sie nur sie spielen Bandonion?“. „Natürlich“, war meine Antwort.

Meine Tätigkeit am Theater, sagt sie, besteht darin zu organisieren. Monatelang habe ich einen Bandonion-Spieler gesucht für die Piazzolla-Oper „ Maria de Buenos Aires“,  die in unserem Theater aufgeführt wurde, und da wohnt einer in meiner unmittelbaren Nachbarschaft, das kann ich nicht fassen. Ungläubig schaut sie mich an. Ich beeile mich zu sagen nein, nein, mein Können hätte dafür nicht ausgereicht, aber sie haben ja einen mir gut bekannten Musiker aus Berlin gefunden der ein von mir restauriertes Instrument gespielt hat. Zur Prämiere durften  meine Frau und ich dabei sein, es war sehr schön.

Ein halbes Jahr später, man hatte sich aus den Augen verloren, klingelt das Telefon, besagte junge Frau ist dran. Man freut sich, voneinander zu hören, das Ehepaar fährt kein Motorrad mehr, man war gestürzt und ihr Mann hatte sich einen komplizierten Beinbruch zugezogen. Das ist ja noch glimpflich ausgegangen, sagte ich. „Ich habe hier jemanden, der möchte für eine Vernissage Bandonion-Musik haben, aus Datenschutzgründen habe ich ihre Adresse nicht herausgegeben, sie können sich ja die Telefonnummer aufschreiben und wenn sie wollen mit dem Mann sprechen!“, sagte es und hängte ein.

Natürlich wollte ich mit einem Menschen sprechen, der sich für das Bandonion interessierte und noch dazu Musik auf dem Instrument zu so einer schönen Veranstaltung hören wollte. Man telefonierte noch am selben Tag mit einander, unser bester Spieler fand sich bereit zu spielen.

Aus dieser Begegnung entstand eine wunderbare freundschaftliche Bekanntschaft mit dem Kieler Maler Hans Fander, dessen Atelier sich am Blücherplatz in einem Fachwerkhaus im Hinterhof befand.

Aber dies ist wieder eine andere Geschichte.

 

Intarsien und ein Kunstmaler
Bandonions zu restaurieren war eine schöne Beschäftigung, ein Instrument mit selbst gestalteten Intarsien wollte ich einmal machen. Viele, viele Entwürfe führten letztendlich zu der Überzeugung, das gehört nicht auf so ein Instrument, lass die alten Meister-Entwürfe und ausgeführten herrlichen Arbeiten wie sie sind, egal was du dir ausdenkst es gehört nicht auf dieses Instrument. Aber der Gedanke Intarsien zu machen war geboren.

Es wurde der Bandonionspieler Piazzolla gefertigt (mittlerweile zum fünften Mal), skurriles Bandonion Trio, Pinguin-Gruppen gleich drei Mal, ein Tulpenstrauß, Fantasie-Drehungen  usw. usw. Die Motive erschlugen mich schier, vieles wollte ich machen. Bis ich eine Einladung in das Atelier des Kieler Malers Hans Fander bekam, derjenige, der Bandonion-Musik zu einer Vernissage haben wollte. Sehr schöne Bilder gab es zu bewundern, eine kleine Schwalbe als Handstrichzeichnung lag auf einem Tisch, meine Bewunderung für diese Zeichnung veranlasste Hans Fander eine Kopie zu fertigen, mit den Worten, schenke ich ihnen, überraschte er mich. Dieses Motiv wurde natürlich gleich als Intarsie hergestellt. Bei der nächsten Gelegenheit schenkte ich sie ihm. Die Freude darüber war, so glaube ich, groß. Noch heute hängt diese Intarsie in seinem Arbeitszimmer.

"Wir machen eine gemeinsame Ausstellung in der größten Galerie Schleswig-Holsteins", war Hans Fanders Entschluss. Wir schauten uns die Galerie an, man war mit uns einverstanden, aber oh Schreck, achtzig Bilder hatten Platz in der Galerie. "Jeder von uns stellt vierzig Bilder aus", sagte der Maler Hans Fander. "Und wir wählen ein Format 40/50 cm, alle in weißen Rahmen". Zwölf Bilder hatte ich in meinem Besitz, 28 Bilder sollte ich bis zur Ausstellung noch fertig stellen, ein harter Weg bis zur Ausstellung in einem dreiviertel Jahr.

Es wurden eine Tango-Serie mit zwanzig Bildern, ein zerstörter Tempel, das Leben, der Seitensprung, Kieler Leuchtturm und einige mehr. Hans Fander konnte aus seinem Fundus Bilder nehmen die in Frankreich entstanden, seiner zweiten Heimat. Die Vernissage wurde natürlich von einem Tango-Orchester unterstützt. Es war eine wundervolle Ausstellung, der weitere Ausstellungen folgten, die seinerzeit von Frau Benk hervorragend mit arrangiert und betreut wurden.

 

Gerd Newiger

 

 

Artikel zur Galerie Wilhelminenhaus aus dem Ultimo-Magazin (http://www.ultimo-kiel.de)

 

Ausstellung in der Galerie Wilhelminenhaus

Was liegt näher als dass eine Kieler Galerie, die in letzter Zeit viele internationale Künstler gezeigt hat, nun einmal wieder eine waschechte Kieler Malerin präsentiert. Es handelt sich um Dr. Maria Katharina Schwarte, die von Juli bis Anfang Oktober in der Galerie Wilhelminenhaus ausstellen wird - zusammen mit der Malerin Birgit Ehmsen und dem Skulpturenkünstler Knud Plambeck. Schon seit 2001 wird in der atelierartig-großzügigen Atmosphäre des noch aus der Kaiserzeit stammenden Wilhelminenhaues hochkarätige Kunst gezeigt.

Die Galerie befindet sich In den Räumen des Zentrums für Augenheilkunde in der Wilhelminenstraße 43. „Werke für das Auge" werden hier vor allen denjenigen präsentiert, die nach einer Augen-Operation Licht und Farben wieder ganz neu und besonders intensiv wahrnehmen. Kein Wunder, dass die Galerie von einem Augenarzt geleitet wird; Dr. Yorck Walpuski , der mittlerweile auf rund 50 Ausstellungen mit rund 150 Künstlern zurückblickt.

Die aktuelle Ausstellung läuft vom 5. Juli bis zum 10. Oktober. Die Galerie Wilhelminenhaus (Tel. 0431 / 22090930) hat montags bis donnerstags von 9 bis 18, und freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.