Gedichte von Christel Schneidewind

Die Gedichte von Christel Schneidewind beruhen auf Begegnungen und Erlebnissen im täglichen Leben. Sie zeugen von Herz und Verstand, und dem wachen Blick mit dem  Christel Schneidewind durch’s Leben geht.

Das glückliche Lächeln

Im Rollstuhl wurde sie gefahren

Erst kurz,oder schon seit Jahren

Lebt sie in einer anderen Welt

Einer die ihr vielleicht gefällt?

 

Ruhig wird sie dahin geschoben

Freut sich, dass die Kinder toben

Staunt über den Straßenverkehr

Straßennamen weiß sie nicht mehr.

 

Dann kommt eine Frau und spricht:

Wie geht es dir,kennst du mich nicht

 Sie schaut und sieht sie fragend an

„Du bist doch Fritz,mein lieber Mann“

 

Erschrocken weicht die Frau zurück

Sie lächelt und strahlt nun vor Glück.

Und zeigt  ihr alles Glück dieser Welt

Den Teddy,den in den Händen sie hält.

 

Christel Schneidewind, 13.8.2013

Die Darstellung eines Demenz-Kranken Menschen hat mich sehr gerührt. Ich bin Frau Schneidewind dankbar, dass sie mir erlaubte ihr Gedicht den Lesern meiner Seiten nahe zu bringen. Da ich selbst nun in meinem Bekanntenkreis einen liebenswerten Menschen habe, der von dieser Krankheit betroffen ist, wurde mir erst bewusst, wieviel Liebe, Zuwendung und auch Opfer es von Seiten der Betreuer bedarf in dieser Lebenssituation Hilfe zu leisten. Im April 2014. H.F.


Der Kinderwagen

„Schwester, ich suche den Kinderwagen
Kann ich den Wagen für mein Baby haben?“
hört sie schon wieder die Patientin fragen,
so geht es nun seit etlichen Tagen.

Die Schülerin hört das – und meint zu wissen
unseren alten Wagen, den kann ich  wohl missen.
Und sie läuft  schnell in der Mittagspause
um die Ecke, ganz  kurz mal nach Hause..

Im Keller steht ja noch ihr Kinderwagen,
den kann die Patientin doch gerne haben.
Sie putzt ihn noch mal und  legt  Kissen hinein.
Wird sie sich über den Wagen freuen?

Als sie ihr den Wagen ins Zimmer bringt,
die Patientin sofort aus dem Sessel springt.
Das Puppenkind  legt sie sofort aus dem Arm,
bettet es in den Wagen und spricht:
„Siehst du mein Kind, hier hast du es warm“.

„Hört, woher kommt der schöne Gesang?“
und schon lauschen viele im Flur, auf dem Gang,
wo mit herrlicher  Stimme  ein Lied  erklingt.
Niemand ahnt, dass es die glückliche  Patientin ist,
die ihrer Puppe ganz selig ein Schlafliedchen singt.

Christel Schneidewind


Mein Füllfederhalter

Auf dem Schreibtisch liegt mein schöner Füllfederhalter
In schwarz mit goldener Feder  - ein elegantes Stück
Einst verschenkte ich ihn – und bekam als Nachlass ihn zurück.
Und so hat der Füllfederhalter inzwischen schon ein gutes Alter.

Doch nicht das Alter, nicht die Form sind das, was ich darf lieben
Mein Vater schrieb mit ihm, das Andenken daran ist mir geblieben.
Die goldene Feder glitt  immer  ganz leicht  über das Papier
Wichtige Post schrieb er  damit, und  nur mit ihr.

Ihn verborgte er nicht einmal, es war sein bestes Stück
„Alles, was mit  „ F“ beginnt, verborgt man nicht“,
so sagte er, ich höre es noch heute ganz genau
er zählte auf: „ Fahrrad, Füllfederhalter“ – scherzhaft: „und die Frau“

Doch wirklich blieb der Füllfederhalter nur in seiner Hand
Und deshalb sich viel Persönliches mit ihm verband
Auf meinem Schreibtisch muss der Füllhalter stets liegen
Ihn werde ich beachten und  auch immer lieben

Und wenn jemand sagt, das ist verrückt,
nein: es ist ein Ding, das mich beglückt.
Ich seh’ meinen Vater doch damit schreiben
So ist es und so soll die Erinnerung an ihn auch immer bleiben.

Christel Schneidewind


Die Hände einer Mutter

Sie sind auch im Alter wunderschön
Was haben sie schon für Leid und Freud getragen
Haben Ängste, Sorgen, Krieg ertragen
Diese Hände ruhen niemals in ihrem Schoß,
schaffen  für alle, nicht für die Kinder bloß.

Und sind nun die Hände blass und schmal
inzwischen  vielleicht durch das Alter krank
denke darüber nach, vielleicht auch nur ein einzig Mal
Gebührt ihnen doch viel Lob und viel Dank.

Sie wuschen die Kinder, kämmten ihr Haar
Putzten ihre Näschen, trösteten sie gar
Kochten die Lieblingsspeisen,
banden die Schnürsenkel zu
und legten die Kinder abends liebevoll zur Ruh.

Ihre Hände darfst du nicht vergessen in deinem Leben
Haben sie dir doch stets Hilfe, Kraft und Freude gegeben.
Und gabst du ihnen deinen Dank auch wieder zurück
So kannst du später leben in Zufriedenheit und Glück.

Christel Schneidewind

 


Das Leben in unserer modernen Welt
Christel Schneidewind

Leben wir nicht in einer schönen modernen Welt
wo ständig das Telefon die Verbindung hält
zu den Eltern, den Kindern, den Freunden gar?
Ist es noch so, wie es früher mal war?

 

Da schrieb man sich Briefe, besuchte sich auch
an bestimmten Tagen – das war ein guter Brauch.
Ein Auto haben viele gar nicht besessen
Dafür haben sie oft Stunden im Zug gesessen
und sich auf den Besuch bei den Eltern oder Kindern gefreut.
Wie war es früher und wie ist es heut?

 

Heute schreibt man sich SMS und Mails, ab und zu auch mal Karten,
aber nur, wenn die Lieben auch wirklich drauf warten,.
aus dem Urlaub – das ist bekannt – das machen dann viele.
Schließlich muss man ja nennen die herrlichen Ziele.

 

Sicherlich waren die anderen noch niemals an diesem Ort
Sie kommen vor Arbeit oder durch das Alter ja auch nicht mehr fort.
Und lesen die Kartengrüße voller Bedacht,
schön: ihr habt an sie mal freundlich gedacht.

 

Aber wäre ein Treffen, ein Besuch nicht sinnvoller und schön
man kann – wenn es zu viel wird – auch kurzerhand gehen.
Ja, man hat sich gesehen und auch viel zu sagen
Wollen wir diesen Weg nicht wieder mal wagen?

 

Das Leben in unserer modernen Welt,
es ist schon gut, weil es jedem gefällt.
Aber wo viele gar nicht mehr an den anderen denken:
Wollen wir unser Leben nicht auf neue Wege lenken?
Und Freunde, Nachbarn und Familie öfter mal wiedersehn,
so wird es jeden erfreuen – und auch dir besser gehen.

 

Leben in der modernen Welt
 
Leben in der modernen Welt -
Das Telefon die Verbindung hält
Am Ohr hat’ s heute ein jeder gar
Wer weiß noch wie es früher war?
 
Man schrieb sich Briefe, besuchte sich
Ein Auto hatten viele nicht besessen
Haben Stunden lang im Zug gesessen
Sich auf  Besuch bei Freunden gefreut.
So war es früher, und wie ist es heut?
 
SMS-Mail und auch einmal Karten
Aber nur, wenn andere darauf warten
Urlauber mailen nach Haus ihre Ziele
Gut angekommen, schreiben dann viele.
 
Ward Ihr auch schon an diesem Ort
Und sie setzen die Beschreibung fort
Mit SMS und Mails von fast jedem Ort
Und setzen dann ihre Reise fort.
 
Zu Hause werden dann Fotos gezeigt
Höflich nicken die Freunde erfreut
Bilder wechseln von Hand zu Hand
Ist wirklich jeder auf’s nächste gespannt?
 
So lebt sich’s in unserer modernen Welt
Gut, so scheint’s wie es jedem gefällt
Man sieht sich immer mal zu Zeiten
Und glaubt, man würde sich begleiten.

H.F.

 


Muttertag – zweiter Sonntag im Mai

An die Mutter wird gedacht
und etwas Schönes ihr gebracht
Blumen, Parfüm und auch Konfekt
Vielleicht wird noch der Tisch gedeckt

Jeder meint es von Herzen gut,
macht ihr alles, was man gerne tut.
Das ist der zweite Sonntag stets im Mai -
und leider ist es dann auch schon vorbei.

Das Leben geht nun weiter wie es war,
wär der Muttertag doch oft im Jahr.
Hilft jeder nur mit einer Kleinigkeit
blieb selbst für sie ein bisschen Zeit.

Ist es, was sie von Herzen mag:
täglich ein Stündchen Muttertag
Es müssen keine Geschenke sein:
ein bisschen Hilfe, das wär fein.

Christel Schneidewind

 

Zum Muttertag

Muttertag ist jedes Jahr
Was an anderen Tagen war
Zählt ein ganzes langes Jahr
Geschenk bist Du ihr immerdar.

Gut meinen, das ist eine Sache
Gutes zu tun ist eine andere
Der Muttertag geht bald vorbei
Blumen immer schnell verblühen.

Zeit die Du mit ihr verbringst
Dafür bleiben noch viele Tage
Ein gutes Wort so oft es geht
Zeigt wie Nahe ihr euch steht.

Das Leben geht ja immer weiter
Jeder Tag sollte Muttertag sein
Ob ihr nahe euch seid oder ferne
Liebe ist wie strahlende Sterne.

Wenn auch dieser Tag vergeht
Verbinden Euch tausend Gedanken
Wer liebevoll seiner Mutter gedenkt
Hat ihr damit sein Herz geschenkt.

H.F.

 

Regentropfen

An einem warmen Sommertag

Trübte sich  der  Himmel  stark

Regenwolken  entleerten  sich

Machten die Erde wieder frisch.

 

Zurück  kam wieder  die   Sonne   

Strahlend auf Strauch und Baum

Es zeigte sich zu  meinem  Glück

Ein wunderschöner Sommertraum.

 

An Bäumen  und  an  Blumenhecken

Konnte  ich   Diamanten   entdecken

Sie  glitzerten  farbenfroh   im   Wind

Verschwanden wieder ganz geschwind.

 

Schönste Regentropfen fielen nun ab

Regen-Diamanten gab es  nicht mehr

Wolken verdeckten den Sonnenschein

Wann werden sie wieder zu sehen sein?

 

Regentropfen ganz klar  im Sonnenschein

Diamanten könnten nicht schöner sein sein

Das  zu  erkennen  genügt oft nur ein Blick

Schaue nur  hin, es  ist  Freude  und Glück

 

Christel Schneidewind

 

 

  

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Christel Schneidewind -  H. Fander