ISCHIA - Insel der ewigen Jugend

von Karin Schöniger

Auf der Suche nach Möglichkeiten, Fango und Thermalwasserbehandlungen in Italien zu finden, entdeckte ich die Insel Ischia , die mit 46 km die größte von drei Inseln im Golf von Neapel ist.
So wie die Inseln Procida und Capri hat Ischia subtropisch - mediterranes Klima das heißt , heiße Sommer und angenehme Temperaturen im Frühjahr und Herbst . Der milde Winter mit viel Regen sorgt für die wunderschöne und vielfältige Vegetation und so trägt Ischia den Namen " grüne Insel " zu Recht:
Doch es gibt noch anderen Reichtum , nämlich die Thermalwasserquellen , aufgewärmt durch das unterirdische Magma der vulkanischen Insel . Viele Hotels haben ihre eigenen Thermalquellen , wenn auch von unterschiedlicher Qualität . Der Ort Lacco Ameno hat die radioaktivste Quelle der Welt und die ergibigsten Thermalquellen findet man am Citara - Strand . Ischia galt schon bei den alten Römern als die Kurinsel überhaupt bei rheumatischen Beschwerden , Arthritis , Atemwegserkrankungen und Hautkrankheiten . Wer einmal in den wunderschönen Thermalgärten , die der Landschaft angepaßt sind , einen Tag verbracht hat , wird immer wieder davon träumen.
Die dort viel versprochene " ewige Jugend " hält einige Wochen an : schmerzarm , sichtbar entspannt und berührt von vielen mediterranen Eindrücken komme ich zurück nach Schleswig - Holstein:

Zweimal im Jahr fuhr ich auf " meine " Insel und fand dort nicht nur beste Kurbedingungen, sondern lernte in mehr als 15 Jahren auch das Hinterland kennen , weitab vom Tourismus . Obwohl meine italienischen Sprachkenntnisse ausreichten , um verstanden zu werden , war es umgekehrt eher aussichtslos , denn auf Ischia werden sieben verschiedene Dialekte gesprochen, größtenteils durch griechische Besetzungen geprägt . Die rein neapolitanische Mundart wird auch von Norditalienern kaum verstanden.
Die Gelassenheit und Frohnatur der Ischitaner trug viel zu einem schönen Kururlaub bei , wie auch die unvergesslichen Gitarrenabende in Antonios Taverne , der zum Glück als ehemaliger Gastarbeiter deutsch spricht und sich selbst als " überzeugter Europäer " bezeichnet.

Er wurde nicht müde , immer wieder die Vorteile seiner Insel herauszuheben und sie - je nach Sympatie - auch zu zeigen . Der wunderschöne Pinienwald " Pineta " und das hochgelegene vulkanische Epomeogebiet mit Blick auf den Golf von Neapel , die vielen Weinberge , der Oleander in den Straßen , der Duft der Jasminhecken und die Vielfalt der Hausgärten mit ihren unverzichtbaren Zitonenbäumen werden mir unvergesslich bleiben. Sant `Angelo, den südlichsten Ort von Ischia, hat seit einigen Jahren auch die Bundeskanzlerin entdeckt , ich kann es gut verstehen ...
In den letzten Jahren wohne ich lieber in Antonios Ferienwohnungen , ischitanische Küche und die Einkäufe auf den Märkten der Insel inbegriffen . Schiffsausflüge an die Amalfiküste oder zu den umliegenden Inseln sorgten dafür , daß mein Urlaub viel zu schnell vorüberging . Bis zum nächsten Mal bleiben mir immerhin schöne Urlaubsphotos und die neu erlernten neapolitanischen Lieder , für die ich mich mit Mozart - CDs revanchierte , die nun oft unüberhörbar laut aus der Taverne schallen - süditalienisch eben...


Fotos: K.Schöniger-E.Rando
J.Graham-M.Amendola
Milozs-A.de Luca