Meine Schwarzwald-Reise

Von Christel Schneidewind  


Ein schönes Reiseziel lag vor uns, eingebettet der Besuch der Anlagen des Residenzschlosses Ludwigsburg, eines der größten  im Original erhaltenen barocken Bauwerke in Europa. Es bietet seinen Besuchern einen beein-druckenden Streifzug durch fürstliche Prunkräume aus zwei Jahrhunderten, vom Barock über das Rokoko bis zum Klassizismus. Leider konnten wir dieses Schloss nur von „außen“ besichtigen, dafür aber erfreuten wir uns an den herrlichen Parkanlagen, wo zu dieser Zeit tausende Tulpen aller Farben, Arten  und Formen blühten. Es war eine Pracht.

Inzwischen hatten wir 19 Grad, es waren die ersten Anzeichen wunderschönen Wetters. Wir wurden – das sei vorausgeschickt – auch nicht enttäuscht.

Weiter ging es zu unserem Zielort, nach Wolfach-Kirnbach. Enge Straßen waren für unseren Bus eine echte Herausforderung. Aber der Fahrer war ein geübter und schaffte jede Hürde. Ein freundliches, sauberes Hotel fanden wir vor, modern und schön.

Wir waren im Schwarzwald. Schwarzwald, das klingt schon nach Tannenwald und Wasserfall, nach Walmdachhof und Kuckucksuhr, nach Bollenhut und Kirschtorte, aber auch der Schwarzwälder Schinken sollte nicht vergessen sein.

Der Schwarzwald erstreckt sich rund 150 km von Nord nach Süd und durchschnittlich 50 km von Westen nach Osten. Damit ist er das größte deutsche Feriengebiet. Die Grenzen bilden der Kraichgau im Norden und der Hochrhein im Süden, der Oberrhein im Westen, Neckar und Baar im Osten.

Die Geschichte der Kulturlandschaft Schwarzwald hat einst dort begonnen, wofür sein Name steht: in einem riesigen schwarzen Wald. Im Mittelalter hatte der Bergbau im Schwarzwald seine erste Blüte. Es wurden Kupfer, Blei, Eisenerze und Silber abgebaut. Köhler, Harzer, Schindelmacher und Schnefler, die Fässer herstellten, waren die ersten Handwerker. Es bauten sich vom 11. bis 13. Jh. viele adelige Herren feste  Burgen im Schwarzwald.  Besonders aktiv warfen die Zähringer. Sie gründeten u.a. die Städte Freiburg, Offenburg und Villingen: ja es sind schöne Städte.

Der Schwarzwald als das höchste deutsche Mittelgebirge wird vom 1493 Meter hohen Feldberg überragt. Er war sogar noch schneebedeckt. Natürlich gibt es eine Reihe anderer „Eintausender“ im Hoch- und Südschwarzwald, z.B. Belchen (1414 m), Herzogenhorn (1415 m), Schauinsland (1284 m),  Kandel (1241 m) Hochfirst (1200 m) Hoch blauen (1165 m) und Hasenhorn (1158 m), Hornisgrinde (1164 m), Schilfkopf (1055 m) und Badener Höhe (1002 m), Dieses Wissen konnte ich mir aus Literatur über den Schwarzwald erlesen.

Übrigens ist Hermann Hesse im Nordschwarzwald zu Hause gewesen.

Im Schwarzwald ist die Nummer 1 der Torten die Schwarzwälder Kirschtorte. Sie ist die Krönung jeder festlichen Kaffeetafel und hat inzwischen die ganze Welt erobert, diese „böse Falle für Kalorienbewußte“. Auch ein Symbol des Schwarzwaldes ist die Bollenhuttracht. Und nicht weniger symbolträchtig sind die Kuckucksuhren. Die weltgrößte Kuckucksuhr  besichtigen wir in Triberg-Schonachbach. Ein Besuch des Uhrenmuseums lohnt sich wirklich.

Von den Städten war ein Reiseziel Freiburg. „Himmel und Menschen“ waren an diesem Tage auf den  Beinen. Freiburg mit 221400 Einwohnern ist ja eine Universitätsstadt und kulturelles Zentrum des Breisgaus. Das Münster zählt zu den größten Bauwerken in Deutschland. Eine Vielzahl von Wasserspeiern  beeindrucken durch verschiedene Formen. Wunderschöne bunte Glasfenster kamen in dem Sonnenschein voll zur Geltung, viele gestiftet von Zünften und  Bergleuten, von Handwerkern usw. Das vierfache Orgelwerk  besteht aus der Emporen-, der Längsschiff-, der Marien- und der Chororgel. Die älteste Glocke des Münstergeläutes ist die Hosianna aus dem Jahre 1258. Ihr dunkler Ton erinnert jeden Freitag um 11 Uhr an die Kreuzigung Christi. Eine Besonderheit Freiburgs sind die Bächle. Wenn sie heute als Spielflächen der Kinder nützlich sind, waren sie früher wohl für die Versorgung mit Brauchwasser und als Schmutzwasserkanäle gedacht.

Wer versehentlich einmal nasse Füße bekommt, kann sich trösten. In Freiburg sagt man, wer in ein Bächle tritt, ist nicht das letzte Mal in dieser Stadt gewesen. Wer hineinfällt, heiratet einen Freiburger. Haben wir uns vorgesehen…. Besonders ich, das Christele.

Aber weitere Ziele, der Titisee und der Bodensee waren Ziele, die nicht zu besuchen, wäre wirklich unverzeihlich. Eine Dampferfahrt auf dem Bodensee bei diesem herrlichen Wetter war einfach ein Genuss. Alles in allem war die Reise durch das Höllental, mit der Geschichte vom Hirschsprung, die Fahrt mit der Sauschwänzelbahn (Geschwindigkeit ca. 15 km/h) über wunderschöne hohe Brücken und tiefe Täler eine Sehenswürdigkeit, die uns lange in Erinnerung bleiben wird.

Aber die vielen Informationen konnte ich nur aus Literatur entnehmen, aus Prospekten und durch Aufzeichnungen von Ausführungen der Reiseleitungen. Man musste einfach die Landschaft auf sich wirken lassen, die herrliche Frühlingslandschaft, die blühenden Bäume und schönen Gartenanlagen, es war ganz         einfach traumhaft schön. Der Schwarzwald ist nicht nur schwarz, er ist eine Augenweide für den, der mit wachem Blick ihn erlebt.