Sprungbrett in die " Südsee "

Sprungbrett in die „Südsee"                           Von  Fischers Fritz

An der Südspitze der dänischen Insel Langeland liegt Bagenkop. Ein quirliger Hafen, denn für viele Segler aus Deutschland ist es der erste Anlaufpunkt bei ihrem Törn in die dänische Südsee.         

Seit 2003 endgültig die Fährverbindung von Kiel nach Bagenkop eingestellt wurde, ist der Hafen zwar beschaulicher geworden. Doch mit der Zeit entdecken zusehends mehr Segler die Schönheit des südlichsten Ortes der dänischen Insel. In den vergangenen Jahren wurde Bagenkop ständig erweitert und ausgebaut. Auch unter dem Aspekt der Familienfreundlichkeit.                                    Im Hafen von Bagenkop

 

Fischkutter mit roten und schwarzen Wimpeln, ein Meer von weißen Segeln, Möwenschwärme. Kurz vor Bagenkop lädt die Ostsee dazu ein, sich dem Genuss des malerischen Eindrucks hinzugeben.

Hier, zwischen den Inseln Lolland im Osten, Ærø im Westen sowie Tåsinge und Fünen im Nordwesten, befindet sich eines der attraktivsten Wassersportreviere der gesamten Ostsee.

Bei der Einfahrt in den größten Hafen Langelands vermittelt sich den Gästen dann unversehens ein wildromantischer Eindruck.

Eine Herde Exmoor-Ponys taucht direkt neben der Marina auf. Es handelt sich um Wildponys, die das ganze Jahr über im Freien leben und sich selbst versorgen. 2003 wurden sie zum Abgrasen der Vogelweiden bei Klise Nor angesiedelt und entpuppen sich inzwischen als Publikumsmagnet, vor allem für Kinder.


Der Yachthafen selbst zählt mit seinen 150 Liegeplätzen schon zu den größeren Marinas. Die Gäste erwartet ein modernisierter Service: neue sanitäre Anlagen, Aufenthaltsräume mit Fernseher und Internetzugang, Waschmaschinen und Trockner und ein Fahrradverleih.                Frei lebende Ponys

Bei einem längeren Besuch ist für eine Menge Abwechslung gesorgt. Ein schöner und gepflegter Spielplatz erfreut die kleinen Mitsegler, Grillgelegenheiten und Boccia-Bahnen die Großen. Auch ein Spaziergang durch Bagenkops alten Ortsteil unweit des Hafens lohnt sich. Üppige Gärten und alte, windschiefe Fischerhäuschen sorgen für eine idyllische Kulisse.

Für Strandhungrige empfiehlt sich unbedingt ein kurzer Abstecher ins nur wenige Kilometer entfernte Hesselbjerg. Feinster Sand, wunderbare Dünenlandschaften und seichtes, ruhiges Wasser machen den Strand kinderfreundlich. Und wenn das nicht überzeugend genug ist: Er ist auch noch mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, einem Symbol für vorbildliche Umweltarbeit.

Wer einen ausgiebigeren Aufenthalt plant oder im Hafen festliegt, sollte einen Abstecher in die knapp 30 Kilometer entfernte 700 Jahre alte Handelsstadt Rudkøbing machen. Vom Kirchplatz aus führen unzählige kleine Gassen durch den historischen Altstadtkern und laden zum Bummeln und Staunen ein. Vor den Toren der Stadt liegt das legendäre Schloss Tranekær, umgeben von einem imposanten Park mit einer sehenswerten Naturkunstausstellung.

Ein musikalisches Erlebnis für die ganze Familie ist das Langelandfestival. Bis zu 30 000 Menschen kommen jedes Jahr nach Rudkøbing, um die gemütliche Atmosphäre und die gute Musik des Festivals zu genießen.

Zurück im Hafen von Bagenkop gibt es aber auch hier eine Attraktion für alle unternehmungslustigen Segler: Im Juli wird alljährlich das große Bagenkoper Hafenfest gefeiert. Das sollte man auf keinen Fall verpassen!

 

Segler berichten:
Wie lange waren Sie schon nicht mehr in Bagenkop? Das letzte Mal, als ich dort war, fuhr hier noch die Langeland-Fähre: Kiel - Bagenkop. Damals landete ich in einem recht ungemütlichen Hafen, mit Blick auf den Fähranleger. Er war zwar gut zu erreichen, lud aber nicht unbedingt zum Verweilen ein.
Letztes Jahr sind wir dann doch noch mal nach Bagenkop gesegelt. Einfach so, da der Wind so schön stand und wir auch keine bessere Idee hatten. Als wir in den Hafen einliefen, staunten wir nicht schlecht. Es ist viel passiert! Überdachte Grillplätze und schöne hölzerne Ferienhäuser umsäumen den Hafen. Der idyllische Ort mit seinen kleinen Häusern und den liebevoll gepflegten Gärten ist schon einen Besuch wert.
Eines der Restaurants direkt am Hafen werden wir auf jeden Fall dieses Jahr testen. In der letzten Saison haben wir uns an der Hotdog-Bude satt gegessen. Mitte Juli findet in Bagenkop das Hafenfest statt, dann wird das eigentlich in der Kirche hängende Schiff durchs Dorf getragen. Ein beeindruckendes Spektakel. Eine Minigolfanlage in der Nähe der Marina lädt als Abwechslung zum Segeln ein. Von Bagenkop aus bietet sich ein kurzer Schlag nach Søby an, ein familienfreundlicher und abwechslungsreicher Ausflug.
Sven Carlsen                                                                                                                                  www.wind-und-wasser.eu