Weihnachten 2004 und der Tsunami

von Christel Schneidewind

 

Im Herbst 2004 konnte ich das Gespräch eines guten Freundes mit Bekannten verfolgen, wo er sich bei diesen über das Ferienziel Sri Lanka informierte. Er schien ganz begeistert von diesem Reiseziel zu sein. Eine Reise über den Jahreswechsel dorthin – er stellte es sich wohl traumhaft vor.

 

Am 26.12.2004 wurde die Welt von der Nachricht erschüttert, ein Erdbeben der Stärke 8,9 auf der Richterskala und eine Killerwelle haben unter anderem dieses Land verwüstet.

 

Wie vom Blitz getroffen, erinnerte ich mich an das Gespräch. Er wollte mit seiner Frau Urlaub machen, in Sri Lanka?!

Keine Nachrichtensendung habe ich ausgelassen – der Fernsehapparat lief ununterbrochen.

Von 13.000 Toten wurde gesprochen, am 27.12. waren es bereits 57.000 und am 29.12. hatten 200 000 Menschen ihr Leben verloren. Auch diese Zahl erhöhte sich noch weiter.

 

Am 27.12. hatte ich die einzige Hoffnung, ihn an seinem Arbeitsplatz anzurufen. Vielleicht wissen die Kollegen etwas, zumindest wohin er in den Urlaub gefahren war.

 

Ich versuchte täglich, …. Aber – es kam kein Gespräch zustande. Er war ja im Urlaub.

 

Am 29.12. wählte ich noch einmal durch:

 

Da nahm er den Hörer ab und sagte lediglich kurz: „Bin im Stress, keine Zeit, bin in einer Besprechung“.

Diese schroffe Nachricht war das schönste Lebenszeichen, das ich erhalten konnte.

Die Spannung und nervliche Belastung der letzten Tage, die Angst um ihn und seine Frau. Das war zu viel für mich!

 

Nun der erlösende Moment – das Telefonat.

 

Ich ließ die Tränen zu und war so froh, dankbar und unendlich glücklich.

 

Für mich war jetzt Weihnachten.