Wenn bei Capri...

 

"Wo wir uns der Sonne freuen, sind wir jede Sorge los“

Gedanken von Christel Schneidewind

 

Vor einigen Jahren waren wir in Italien im Urlaub. Gern denke ich an diese Reise zurück. Es war meine erste Reise nach Italien, in den Reisezielen war Capri und Ischia mit enthalten. Ein Traum.

 

Schon in der Vorbereitung zu dieser Fahrt suchte ich  die Lieder vom Meer, von der Sonne – und fand auch verschiedene Lieder von Italien, von der  Insel Capri und vieles mehr.

 

Dabei fiel mir ein, dass auf unserer Schwarzmeer-Kreuzfahrt unser Schiff, die Litvia, auf  Reede lag. Es war ein warmer, sonniger Tag – und wir erholten uns auf dem Sonnendeck. In Liegestühlen konnten wir die Leute beobachten, das Treiben auf See erleben und uns so richtig wohl fühlen.

 

So lagen wir – wie gesagt – in der Sonne, die inzwischen untergehen wollte.

 

Hinter uns lag ein Herr, der mit seiner Cousine reiste. Er war schwerbehindert und Rollstuhlfahrer. Sie war seine Begleitung, die Reise wurde ihr von ihm geschenkt, weil gerade die Schwarzmeer-Kreuzfahrt seine Traumreise war und allein konnte er sie nicht bewältigen.

 

Der junge Mann hatte eine herrliche Stimme. Als wir uns in „unseren Träumen“ wiegten, hörten wir, wie er sang: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt…“ Es war einmalig  schön. Uns lief es kalt den Rücken herunter. Wir waren alle gerührt. Die Urlauber auf dem Sonnendeck verstummten und lauschten dem herrlichen Gesang und wünschten sich, das Lied würde nicht enden.

 

Und so dachte ich an dieses unvergessliche Erlebnis auch auf der Fahrt in Italien, als wir am Meer und auch  auf Capri waren – und an beiden Orten den traumhaften Sonnenuntergang sehen konnten.Die glutrote Sonne, wie sie im Meer versank – wir saßen auf der Strand-promenade und auch da schwiegen alle ergriffen. Den Anblick haben wir alle für unfassbar empfunden.Und wenn man sich dann noch vorstellt, dass in den Gärten die Zitronen und Orangen an den Sträuchern leuchteten. Es war für uns, als gäbe es das nicht wirklich.

 

Auf Capri – Anacapri – der Blick auf das Meer mit dem steinernen Bogen,unter dem die Boote fuhren – und die Dolmetscherin rief „Baci, Baci, Küsschen, Küsschen“ – an der blauen Grotte vorbei, dann die Reise an die Amalfi-Küste, eine der schönsten Küstenstrassen Italiens, es war wunderschön

 

Ja, nicht nur in Capri geht die Sonne glutrot unter, auch auf unserer Fährfahrt nach Finnland erlebten wir auf See den herrlichen Sonnenuntergang. Zum Glück haben wir Fotoexperten, die diese Pracht bildlich und im Film festhalten konnten.

 

Und so freue ich mich auch auf die nächste Reise mit der Fähre nach Südschweden und hoffe, dass auch dort wieder so ein gewaltiger Sonnen-untergang zu sehen ist.

 

Bei diesem Anblick habe ich großes Verständnis für die Küstenbewohner, die immer wieder die Möglichkeit haben, diese wunderbare Naturerscheinung zu beobachten. Leider habe ich es an der Ostseeküste wohl nie erlebt, vielleicht aber auch vergessen: Aber solch ein Naturschauspiel prägt sich ein. Ich glaube, dass vergisst man nicht.

 

Als gestern bei uns durch den Wald der Sonnenuntergang – auch mit einem herrlich roten Sonnenball - zu sehen war, fielen mir die Erlebnisse vom Meer und auf dem Wasser ein. 

 

Was ist die Welt doch herrlich. Wohl dem, der das alles sehen und erleben kann. Nicht nur bei Capri geht die Sonne in malerischem Farbton unter, aber da hat man eben einen langen Zeitraum, um dieses Naturereignis zu beobachten und zu bestaunen.

 

Wo wir uns der Sonne freuen, sind wir jede Sorge los. (Johann Wolfgang von Goethe)

 

Wir müssen sie nur noch wahrnehmen können und dazu auch bereit sein. Wohl dem, der dafür noch das entsprechende Auge hat. Wohl dem, der die Schönheit der Natur erkennt und dem nicht die Sicht zur Sonne durch die Last seiner  Sorgen  versperrt ist.

 

Auf You Tube finden Sie verschiedene Lieder über Capri.